So…die Rundgänge haben wieder gestartet. Drei hat es bereits gegeben und ich mag euch kurz von ihnen berichten. Wieder hatte ich über Instagram, Poster und auf nebenan.de geworben. Ich mach sie ja immernoch nur als Hobby, daher plane ich aktuell auch keine größere Ausweitung der Werbung.
Hier ist das Poster der ersten beiden Rundgänge in 2026:

Wir trafen uns für beide Rundgänge und starteten Richtung der Weltkriegsspuren. Beim ersten Rundgang waren fünf Personen mit, beim 2. dann sieben. Da ich die Stadterkundungen klein halten möchte, ist acht Teilnehmer*innen die absolute Oberzahl. Dass nach der langen Sommerpause erstmal 5 mitkamen nur, kam mir ganz gelegen. Obwohl ich natürlich froh wär, wenn es jedes Mal 8 wären.
Ein paar Kleinigkeiten hatte ich nochmal umgestellt seit dem letzten Mal und so wächst der Rundgang auch jedes Mal ein wenig, wandelt sich. Vielleicht wird er ja sogar besser. Das müssen andere berurteilen. Aber dass nach einigen Neuerungen nun erstmal nur fünf teilnahmen, war gut für den ersten Test.
Ein wenig problematisch ist, dass ich ja – unter anderem – auch originale Artefakte aus der Zeit des zweiten Weltkrieges mitbringe.
Also DASS ich sie dabei hab ist nicht problematisch, aber die Menge schon etwas. Hier fällt es mir extrem schwer auszusortieren, denn alles ist so spannend! Und ich hatte seit dem letzten Mal nochmal ein paar mehr Präsentier-Boxen für die Weltkriegs-Fundstücke gebastelt.
So kommt immer recht viel an Gepäck mit auf die Stadtrundgänge. Liebe Menschen halfen wieder beim Tragen, bei allen Rundgängen.

Mit war der berühmte Trolley und eine größere Tasche. Man sieht sie auch auf dem Foto oben. Es gab wieder viel Staunen über die Fundstücke, die ich über die Jahre fand, reinigte, zeitlich einordnete und nun dem Publikum vorstellte.
Was mich anging, entschied ich mich für ein buntes Sommer-Outfit, passend zum Frühling/beginnenden Sommer, dachte ich. 🙂


Ich versuche ja immer historisch(angehaucht)e Outfits zu tragen, damit es auch dahingehend zu einem Erlebnis wird mitzukommen. Eine ehemalige Teilnahmerin sagte wohl einer aktuellen: „Also ich sag´s mal so: Du wirst sie erkennen, wenn sie kommt!“ und so war es auch. Heheheheh.…
Beim ersten Rundgang für 2026 sollte es nun mein neues Lieblingskleid sein. Sicher hat man sowas auch zu früheren Zeiten getragen, vor allem die Schuhe. 😀
Ansonsten gibt es nichts Besonderes zu berichten, alles verlief super beim ersten Rundgang. Auch der Zweite verlief hervorragend. Hier waren ja mehr Menschen mit, unter anderem auch eine Bekannte von mir. Sie ist leider nicht mehr so gut zu Fuß, so dass wir das Tempo anpassen mussten. Der ausklappbare Sitz an meinem Trolley kam bei jedem Halt zum Einsatz. Dafür ist er ja auch da!
Sie sagte am Startpunkt noch, dass sie vermutlich nur einen kleinen Teil mit kann, aber durch den Sitz und das langsame Tempo schaffte sie am Ende den ganzen Rundgang. Das freute mich sehr, dass ich ihr das ermöglichen konnte. Und ich war auch extrem froh, dass sie dabei war.
Ihr müsst wissen: Ein paar der hübschesten Scherben aus dem Wald hat sie mir weggeschnappt über die Jahre, die Freche! Doch bin ich glücklich eine Person zu kennen, die ebenso eine Begeisterung hat für diese historischen Orte und Fundstücke. Wir treffen uns immer mal und schnattern über die Scherben und anderes.

Da ich ihr nun aber den Vortitt beim Sitz ließ und der Rundgang wegen dem angepasstem Tempo länger lief, war es sehr zehrend für mich selbst den Tag. Ich bin ja nun auch schwer chronisch krank und kann manche Tage besser – andere schlechter so lange auf den Beinen sein. Wenn dann der Rundgang, warum auch immer, länger geht, bekomm ich irgendwann Schmerzen und hätte vielleicht hin und wieder den Sitz selbst benutzt. Aber das war eben nicht drin! Mit einigem an Kraftaufwand hab ich es aber geschafft.
Egal wie, so war der Rundgang länger und damit zehrender für Kopf und Körper aller, die mit waren. Also war der 17. Mai ein körperlich ein anstrengenderer Rundgang als vielleicht ein anderer vorher, aber die Teilnehmer*innen waren ungemein nett und glichen es so wieder aus. Zwei teilten sogar ihr Wasser mit mir, da ich meins vergessen hatte in meinem Stress mit den ganzen Taschen und sie trugen mit mir noch die Taschen bis nach Hause. Das war wirklich super lieb!!!
Und am Ende wurde die „Inklusion“ des Rundgänges, im Hinblick auf langsamere, eingeschränkte(re) Menschen, sehr gelobt. Das machte dann auch die erhöhte Anstrengung, die ich leisten musste diesen Tag, wieder wett. Ich möchte ja unbedingt inklusiv sein, so gut es eben umsetzbar ist.
Eine Teilnehmerin sagte, sie war vor kurzem erst bei einem anderen Rundgang, den sie nach kurzer Zeit verlies, da sie nicht mit kam. Und auch ich hatte eine ähnliche Erfahrung mit dem bekannten Leipziger Zwangsarbeiter*innenrundgang gemacht, der mich ungemein interessierte. Ich kam kaum mit Tempo-mäßig. Es wurde auch nicht merkbar nach hinten geschaut, ob alle da sind und so kämpfte ich mich ab dran zu bleiben. Aber ich will es trotzdem demnächst nochmal probieren, denn ich war nur bei der verkürzten Variante zum Stadtteilfest in Connewitz und das Thema interessiert mich sehr. Vielleicht war es ja wegen der Verkürzung etwas gehetzt.

Negativ zu meinem Rundgang ist noch anzumerken, dass wieder eine Person unangemeldet erschien. Ich bitte ja immer klar um Anmeldung per Email. Nun wurde mir schon mal gerückmeldet, dass das ungünstig sein kann für ältere Menschen, die keine Email-Accounts haben. (Auch ein Inklusions-Thema!)
Aber wegen meiner Krankheiten und auch wegen des Ablaufes des Rundganges ist er eben streng begrenzt auf acht Menschen. Demnach mach ich es über Anmeldungen. Ich brauch den Überblick schlichtweg! Ich hab also meine Gründe und das kann und sollte man am Ende ja auch akzeptieren.
Dass hier nun ehemalige Teilnehmer*innen einfach neuen mitteilen wo wir uns treffen, um die Anmeldung zu umgehen, ist frech und unangemessen. Hier also nochmal die dringende Bitte um Anmeldung, solltet ihr noch nicht dabei gewesen sein und mitkommen wollen. Einfach eine kurze Mail schreiben oder jemanden bitten eine für euch zu schreiben und ihr seid dabei! 🙂
Mehrheitlich klappt das ja auch und ich hoff dabei wird es auch bleiben.
Etwas Witziges kann ich euch noch berichten:
Bei allen Rundgängen im Mai wurden wir im späteren Verlauf der Strecke im Wald von Mücken geplagt. Die Plagegeister stachen uns überall, teils durch Haare und durch Kleidungsstücke. Besonders wenn man still stand für Erläuterungen, ging es los.

Schon kleine Wasseransammlungen reichen aus, damit sich Mückenlarven entwickeln können. Gerade der Auwald biete mit seinen Überschwemmungsflächen idealen Nährboden für die Verbreitung der Insekten, besonders nach den Regenschauern um April und Mai. Demnach sind es aktuell extrem viele Stechmücken dort im Wald.
An einer Stelle im Wald wurde es wirklich extrem mit den Attacken. Meine liebe Bekannte, die mit war, nahm einen kleinen Ast mit Blättern dran und vertrieb sie, während ich sprach, von meinem Körper. Bis sie dann an einer Stelle damit in mein Gesicht schlug, da dort wohl eine Mücke gelandet war. Ich konnte kaum meine Infos weiter erzählen, da ich dadurch so lachen musste. Und auch die Teilnehmenden waren merkbar belustigt davon.
Auch bei dem zweiten Rundgang trug ich mein Lieblingskleid. Das war ein Zufall, erst jetzt beim Ansehen der Bilder ist mir aufgefallen, dass es das komplett gleiche Outfit war. Es war mir bis jetzt gar nicht bewusst.
Aber was solls! Natürlich kann man qualitativ hochwertige Sachen, solche, die man gern mag, auch unzählige Male tragen und ein gutes Outfit ist halt ein gutes Outfit.
Mein übliches Foto der Dokumentation meines Styles, das, was ich immer mache – auf diesem Sessel (wie auf dem Bild oben), konnte ich dieses Mal nicht machen, da das Geschäft, an dem ich das Bild sonst schieße, geschlossen hatte wegen Sonntag.
Somit machte ich noch fix Erinnerungsbilder auf meiner Treppe, als der Rundgang vorbei war und ich den Trolley langsam die Treppe hoch quälte. Mittags, als es los ging, hatte mir eine Nachbarin lieberweise geholfen. Aber ich wollte nicht schon wieder fragen. Also mit Pausen: geschafft.

Jetzt noch was Trauriges zum Abschluss: Die geplanten Rundgänge an Pfingsten sind leider ins Wasser gefallen, wie man sagt.
Ja, es war fast Pfingsten und was bedeutet das für Leipzig?? Das „Wave-Gotik-Treffen“ (WGT) stand an – dieses Jahr vom 22. Mai – 25. Mai 2026, auch wenn viele schon zeitiger anreisen und manche auch später abreisen.
Das Wave-Gotik-Treffen (kurz: „WGT“) in Leipzig ist das weltweit größte Festival der sogenannten „Schwarzen Szene“ und der Gothik/Gothic-Kultur. Jedes Jahr an Pfingsten versammeln sich hier zehntausende Anhänger*innen verschiedenster Subkulturen – von traditionellen Goths über Punks bis hin zu Mittelalter-, EBM- und Steampunk-Fans in Leipzig und verbringen ihre Zeit gemeinsam bei Konzerten und allerlei anderen Veranstaltungen.

Ich war früher dafür immer selbst nach Leipzig angereist, als ich noch aktiver in der Punk-Subkultur, jünger und viel unterwegs war. Wir wollten die tollen Kleider und Kostüme sehen und die Menschen bewundern, die diese trugen. An manchen Stellen ist es ja auch gewollt, ein wahres Schau-Tragen, z.B. beim sogenannten „Viktorianischen Picknick“. Natürlich waren wir respektvoll, glotzten nicht unangenehm oder machten ungefragt Fotos oder so. Und auch unabhängig davon „Kostüme zu schauen“, also die tollen Stylings zu bewundern, konnte man einfach eine tolle Zeit haben immer während des WGTs.
Es gab auch dieses Jahr verschiedenste Orte, an denen Dinge geplant waren, im ganzen Leipzig verteilt. So kann man an diesen Tagen jedes Jahr überall in der Stadt WGT´ler sehen: Sie schlafen in Pensionen im nächsten Haus, oder essen Frühstück in dem Café in deiner Straße oder sie fahren in den vollgestopften Bahnen an dir vorbei zum nächsten Konzert.
Da es um die 20.000-23.000 Besucher*innen nach Leipzig zieht, ist es schon eine Möglichkeit so einen Rundgang mal mit ganz anderen Leuten zu machen, so dachte ich.
Daher plante ich zwei Rundgänge und überlegte ich mir ein neues Design für die Poster.
Eine gute Freundin versprach mir zu helfen bei der Werbung für den Rundgang, aber sie ließ mich quasi völlig im Stich. Am Ende kann man ja von Freund*innen nicht unbedingt erwarten, dass sie einem helfen. Man nimmt, was man bekommt, ist dankbar. Und wenn nicht, dann nicht. So ist das eben!
Heutzutage kann man ja froh sein, wenn jemand überhaupt für dich da ist in schweren Zeiten und nicht nur in Guten. Aber wenn sie es doch anbieten oder sogar vorschlagen, dass sie helfen, dann hofft man ja schon, dass sie es auch machen. Das war eine Enttäuschung.
Nun gab es sicherlich mehrere Gründe warum es kaum Anmeldungen gab zum WGT. Bestimmt war auch einfach sehr viel los an dem Wochenende und die Menschen waren überreizt mit Angeboten.
Auch war mein Design nicht so perfekt gelungen. Das muss ich mir zuschreiben! Es fiel von Weitem nicht so auf und machte nicht gut klar, worum es ging. Gerade der Schriftzug mit „Weltkriegsspuren-Rundgang“ war zu klein.
Es mag hier nicht so aussehen, aber spätestens als der Kopierer den Hintergrund und die Farbe hat wegbrechen lassen, machte es nicht mehr so viel her von Weitem:


Es war mein Design-Fehler, aber auch ein Problem des Kopierens. Leider gibt es keinen vernünftigen Copyshop mehr in der Nähe, alle haben zugemacht in den letzten Jahren. Die Zeit war knapp, meine Kapazitäten kraft- und zeitmässig waren knapp.
Demnach musste ich nutzen, was ich erreichen konnte und das war ein furchtbarer, alter Kopierer, der eben das Design zerschoss, meiner Meinung nach.

Ich selbst verteilte trotz der Problematik mit dem Design die Flyer und Poster auch noch im Viertel, aber vielleicht zu spät am Ende und/oder zu wenig(e). Ich arbeite halt viel und bin oft gesundheitlich ausgenockt. Nur wenn das beides nicht zu einnehmend ist, kann ich selber werben. Hilfen hab ich dabei nicht. Niemand hilft mir bei irgendwas… (Mi Mi Mi)
Jeden Tag versuchte ich mal hier, mal da, eins hinzuhängen. Aber viel konnte ich nicht leisten. Ich hätte wohl Hilfe gebraucht.
So hatte ich langsam Panik je näher die Tage der geplanten Rundgänge kamen. Es kamen einfach keine Mails.
Aber ich versuchte mich zu beruhigen diesbezüglich. Ich sagte mir, dass die meisten Gothiks ja erst in der Woche Stück für Stück eintrudeln und sicher noch genug davon die Werbung sehen und mitkommen wollen. Ich sagte mir: am Ende schreiben sie sicher kurz vorher. Aber so war es nicht!
Ihr seht aber nun, es war in Teilen auch mein Fehler. Trotzdem war ich traurig, über die Freundin, aber noch mehr, dass kaum jemand mitkommen wollte. Ich hatte angenommen, dass gerade WGTler geschichtsinteressiert sein könnten und was Cooles machen wollen am Sonntag und Montag, wo ja die Geschäfte wegen Feiertag zu haben mussten und die Konzerte an den Tagen noch eine Weile nicht los gingen.
Zwei liebe Menschen, die sich angemeldet hatten per Mail waren die Einzigen, die am Ende am Sonntag mitkamen. Ich wollte noch absagen, denn durch den großen Aufwand des Tragens und meiner wenigen Kraft durch die Behinderung, sagte ich mir mal, dass ich erst ab fünf Teilnehmer*innen los gehe. Aber dann tat es mir leid abzusagen und am Ende war ich froh, denn es war ein wirklich schöner Rundgang und die beiden super nett und sympathisch. Grüße gehen raus!
Am Montag dann fiel der Rundgang aus, leider. Keine Anmeldungen.
Es war ungemein warm an dem Wochenende und ich hab keine gute Hitzeregulation. Und auch sonst: eine Pause konnte ich gut vertragen, also ein Tag ohne Arbeit oder Rundgang. Ein Weltuntergang war es also nicht am Ende.
Aber doch hat es mir Selbstbewusstsein geraubt mich wieder zu trauen welche zu planen. Und ich hatte an den Tagen obendrein noch einen schweren depressiven Schub.
Ob der damit nun zwingend zusammenhing, ich glaub nicht! Er wäre sicher so oder so gekommen.
Aber ein paar Anmeldungen und damit ein paar mehr nette Menschen (als die beiden Süßmäuse, die Sonntag mit waren) als Ablenkung, hätten es sicher besser machen können, mir etwas aus meinem Loch geholfen.
Nun fehlte mir der Mut wieder neue Rundgänge zu planen und zu bewerben, schien ja einfach kein Interesse mehr zu geben, vielleicht hatte ich ja schon alle abgegrast, die sich für das Thema interessieren.
Aber dem war nicht so!
Mich erreichen aktuell immer wieder Emails von Menschen, die nach den nächsten Terminen fragen, da sie im Mai nicht konnten und unbedingt noch wollen.
Demnach sammel ich von Tag zu Tag mehr Mut und werde wohl bald schon die nächsten Termine veröffentlichen. Ich hoff jemand von euch ist am Start dann. Würde mich freuen.
EURE BEWAHRERIN

