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Vintage Hundeliebe – Teil 2

In der Studie „Similarities and differences between dog–human and human–human relationships – 2025 veröffentlicht – wurden Beziehungen zu Hunden mit Beziehungen zu Menschen verglichen.

Die Teilnehmer*innen (717 insgesamt) charakterisierten ihre Beziehungen zu ihrem Hund und vier menschlichen Bezugspersonen (engsten Verwandten, Partner*innen, besten Freund*innen und Kindern), mithilfe des „Network of Relationships Inventory“. (vgl. Turcsán et al, 2025, eigene Übersetzung)

Es handelt sich hierbei um eine sogenannte quantitative Studie.

Eine quantitative Studie ist ein wissenschaftliches Verfahren zur systematischen Erhebung und Analyse großer Mengen numerischer Daten, um Muster, Trends und Zusammenhänge zu identifizieren, Hypothesen zu prüfen und allgemeingültige Aussagen zu treffen, die auf eine größere Population übertragbar sind. Dann hat man also Ergebnisse zu einem Thema und kann sie veröffentlichen.

Die Ergebnisse dieser speziellen Studie zeigten, dass die Hundehalter*innen eine höhere Zufriedenheit mit ihren Hunden als mit allen anderen menschlichen Bezugspersonen – außer ihren Kindern – angaben. (vgl. ebd.) Viele von Euch mag das nicht überraschen, aber fragen wir spaßeshalber trotzdem mal:

Warum ist das so? Dazu sagen die Forschenden:

Sie erhielten von Hunden mehr Unterstützung als von jedem/jeder anderen menschlichen Partner*in, außer ihrem Kind,

und erlebten im Vergleich zu jedem/jeder anderen menschlichen Partner*in, außer ihrem besten Freund, weniger negative Interaktionen mit ihren Hunden.

Insgesamt bot die Beziehung zum Hund viel Kameradschaft, Möglichkeiten zur Fürsorge und ein Minimum an negativen Interaktionen.

vgl. Turcsán et al, 2025, eigene Übersetzung

Insgesamt erfuhren die Menschen also weniger „negative“ Erfahrungen mit den Hunden, als mit den Menschen in ihrem Umfeld und bekamen mehr Unterstützung.

Abb1: Vergleich der Beziehungen zwischen Hund und Mensch sowie zwischen Menschen auf verschiedenen Beziehungsskalen. vgl. Turcsán et al, 2025

Die Wissenschaftler*innen sprechen in dem Abstract zur Forschung die Theorie aus, dass es an der asymmetrischen Beziehung liegen kann, da der Mensch über die Macht verfügt alles für den Hund zu entscheiden. Inwieweit das ein Faktor ist für die höhere Zufriedenheit mit der Beziehung, wird nicht weiter ausgeführt. Wäre spannend zu wissen, denn das bedeutet ja, dass Konrtolle eine Rolle spielt für die Beziehung. Eventuell müsste man die gesamte Arbeit lesen, um das zu vertiefen.

Doch aber sind die Menschen, die Hunde haben, zufriedener. Offensichtlich machen sie uns (sehr) glücklich.

Wir profitieren dementsprechend in vielerlei Hinsicht von Hunden und wenn sie zum Beispiel adoptiert sind und es bei uns gut haben, profitieren sie sicherlich ebenfalls auch von uns.

Festhalten können wir, dass sich die Beziehung zu Tieren verändert hat, besonders zu denen, die Menschen als „Haustiere“ bezeichnen. Ob dies zum Guten für die Tiere ist, müsst ihr beurteilen oder vielleicht am Ende die Tiere!

Fakt ist, viele Hunde erfüllen nun nicht mehr die Aufgabe Haus und Hof zu beschützen, aber dafür eben eine andere, nämlich die, den Menschen ein*e Begleiter*in zu sein, einen raus zu holen, aktiv zu sein/zu bleiben, Nähe und Liebe zu geben, und und. Sie erfüllen eben eine Aufgabe und dafür holen sich viele Menschen sie, sie hoffen IHRE Lebensqualität damit zu verbessern.

Somit erfüllen „Haustiere“ ebenso eine Aufgabe wie sogenannte „Nutztiere“, doch sind sie in einer anderen Kategorie, werden anders bewertet und behandelt.

Wir können, trotz der andauernden „Nutzung“ der Haustiere für die eigenen Zwecke, froh sein, dass sie besser behandelt und mehr geliebt werden als früher, bis hin zu familienähnlichen Beziehungen zu ihnen. So schlussfolgert auch die Studie:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mensch-Hund-Beziehung Merkmale sowohl von Kind- als auch von Freundschaftsbeziehungen aufweist

und die positiven Aspekte der Eltern-Kind-Bindung mit den wenigen negativen Interaktionen enger Freundschaften verbindet.

vgl. Turcsán et al, 2025, eigene Übersetzung

Familie PLUS also, Familie OHNE die negativen Aspekte – eine Beziehung ähnlich tief wie die zu dem eigenen Kind. Klingt doch gut!

Ist es sicherlich in Teilen auch. Doch hoff ich, dass die „Nutzung“ auch von sogenannten Haustieren künftig mehr reflektiert wird.

Bis dahin kann ich nur hoffen, wir können nur hoffen, dass so viele „Haustiere“ wie es irgendwie nur geht, in familienähnlichen Beziehungen aufwachsen und leben. Und dass dadurch auch sichergestellt wird, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden und nicht nur die ihrer „Besitzer*innen“. Und ich hoff auch inständig, dass sie durch die neue Art von Beziehungen nicht im Alter ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben werden, denn das passiert immernoch viel zu häufig.

Und dann wollen natürlich die Menschen, die in Tierheime gehen, lieber wieder Welpen adoptieren, als alte Hunde, die nicht mehr „lange haben“.

Die Beweggründe dafür sind ja womöglich ein wenig nachvollziehbar, aber mein Herz blutet trotzdem für die ganzen armen Hunde-Omis und -Opis, die nicht verstehen, warum sie auf einmal in den lauten Heimen sind und womit sie das verdient haben. Also wenn ihr die Möglichkeiten habt:

#adoptdontshop #adoptasenior

Fest steht: Egal ob ein älterer Hund, ob adoptiert oder nicht, ein Hund wird dich bedingungslos lieben und hoffentlich dann ebenso vice versa.


Manche Fotos, die man auf Flohmärkten finden kann, geben den Eindruck, dass auch früher schon Hunde zur Familie gehört haben.

Solche möchte ich heut im Teil 2 der Reihe „Vintage Hundeliebe“ zeigen. Ich hoff sie gefallen euch! Alle Bilder sind Originale und mein Eigentum. Ich hab sie aus meiner Metallbox geholt, um sie mit euch zu teilen. <3

Die Fotos und die eine Zeichnung auf der Postkarte sind allerhöchstens 130 Jahre alt. Die meisten sind wohl aus den 1930er/40er Jahren. Sie zeigen die enge Beziehung der Menschen zu ihren tierischen (und menschlichen) Lieben. Lieb hatten sie sie definitiv, denn sonst hätten sie nicht versucht sie auf einem Foto festzuhalten. Genau so, wie wir es heute auch noch machen. Auch das verbindet uns mit ihnen.

Niemand auf den Bildern sollte mehr leben, es sind Liebesbeweise aus vergangenen Zeiten und doch fühlen wir ihre Beziehung durch die Zeiten – besonders die von uns, die auch mit Tieren zusammenleben. Vielleicht sammelt irgendwann mal jemand die Bilder von euch und euren Tieren. Was für eine Vorstellung….

Grüße von mir und Lucy, meinem Hund.


Ich widme diesen Post dem kleinen Ernie, der vor kurzem von uns gegangen ist. Wir werden dich schrecklich vermissen – alle, die dich kannten. <3

EURE BEWAHRERIN


Und wenn ihr mögt, dann schaut auch in den Teil 1 der Hundeliebe-Reihe.

Ich hab noch mehr in petto. Also wenn die Reihe mit den Vintage-Hunde-Fotos euch gefällt, poste ich gerne mehr. Lasst es mich in den Kommentaren wissen! Auch könnt ihr gern eure Gedanken zu diesem Post teilen: z.B. eure Eindrücke von den Fotos, welches ist eurer Favorit? Was denkt ihr zu der Studie?


Hat Euch der Beitrag gefallen, dann gebt mir gern einen Kaffee aus für meine Arbeit:

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QUELLE (die erwähnte Studie):

Turcsán, B., Ujfalussy, D.J., Kerepesi, A. et al. Similarities and differences between dog–human and human–human relationships. Sci Rep 15, 11871 (2025). https://doi.org/10.1038/s41598-025-95515-8
Nachlesen (englisch): unter https://www.nature.com/articles/s41598-025-95515-8#citeas

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